Gesundheitsthema

Sodbrennen Druckversion des Artikels

In Deutschland leidet fast jeder Fünfte gelegentlich oder regelmäßig unter Sodbrennen. Sodbrennen entsteht durch eine angeborene Schwäche des Speiseröhrenschließmuskels (Mageneingangspförtner), der wie ein Ventil die Speisen in den Magen hinein nicht aber wieder hinaus lässt. Besteht diese Schwäche, kann Mageninhalt wieder zurück in die Speiseröhre gelangen und zu den unangenehmen Symptomen führen. Gelegentliche Beschwerden, die nachts durch die waagerechte Körperlage verstärkt auftreten, sind als unbedenklich einzustufen. Treten sie jedoch vermehrt auf, so müssen therapeutische Maßnahmen ergriffen werden, da dauerhafte Schäden drohen.

Langzeitfolgen
Durch die Magensäure kommt es zu Reizungen und Verletzungen der Schleimhaut in der Speiseröhre, da diese nicht mit Schutzmechanismen gegenüber der Säure ausgestattet ist. Bleiben die Schädigungen unbehandelt, so können sich daraus sehr schmerzhafte Blutungen, Narben sowie irreversible Umwandlungen der Schleimhaut entwickeln. Letztere werden als eine Art von Krebs-Vorstufe betrachtet, aus der bösartige Veränderungen hervorgehen können.

Therapie
Meist lassen sich die Beschwerden durch wenige Maßnahmen in den Griff bekommen. Wir haben für Sie die wichtigsten Aspekte in einer Auflistung zusammen gefasst:
  • Verzicht auf scharfe Speisen und Gewürze
  • Meiden Sie Nikotin, alkoholische Getränke sowie fettreiche Gerichte
  • Vermeiden von Schokolade, Cola-Getränken, Zitrusfrüchten und Tomatenprodukten
  • Essen Sie abends leicht und nicht zu spät (etwa 2 Std. bevor Sie sich zur Ruhe legen)
  • Nehmen Sie lieber mehrere kleine als wenige große Mahlzeiten zu sich
  • Reduzieren Sie eventuell vorhandenes Übergewicht
  • Achten Sie auf einen erhöht liegenden Oberkörper während der Nachtruhe
  • Wir überprüfen Ihre bestehende Begleitmedikation auf entsprechende Nebenwirkungen
Sollten sich die Beschwerden dadurch nicht merklich reduzieren suchen Sie bitte einen Arzt oder Apotheker auf, der mit Ihnen weitere Schritte besprechen wird.

Bei akuten Beschwerden wird die medikamentöse Therapie mit hoher Erfolgsquote angewandt. Hierbei wird der Patient für einen Zeitraum von 1-3 Monaten behandelt. Sollten nach Absetzen der Medikamente die Beschwerden erneuert auftreten, so kann von einem chronischen Verlauf ausgegangen werden. Als Therapiemöglichkeiten bietet sich nun zum einen die erfolgreiche operative Methode sowie die Dauermedikation an. Ihr Arzt wird hier mit Ihnen die für Sie optimale Lösung finden.

Die medikamentöse Therapie reduziert nicht den Rückfluss an sich, mindert aber die Agressivität des Mageninhaltes, der so nicht mehr die Speiseröhrenschleimhaut schädigen kann.
Die wichtigsten Wirkstoffe dieser Therapie sind die Protonenpumpeninhibitoren (PPIs) wie z.B. Omeprazol. Sie veringern die Salzsäureproduktion im Magen (es ist sogar möglich die Produktion vollständig zu unterbinden) und führen so zu oben genannten Effekten.
Eine weitere Wirkstoffklasse stellen die H2-Blocker, sog. Antihistaminika, dar. Sie sind nicht so stark wirksam wie die PPIs, eignen sich aber dennoch für die langfristige Therapie bei mittelschwerem Verlauf der Krankheit.
Wirkstoffe die unter dem Sammelbegriff Antazida bekannt sind (wie z.B. Magnesium- oder Aluminiumhydroxid) haben nur sehr schwache Effekte auf die Agressivität des Mageninhaltes und sind daher nur bei sehr leichten, sporadisch auftretenden Beschwerden zu empfehlen.

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