Schlafstörungen    drucken
Etwa 20 Millionen Bundesbürger leiden unter regelmäßigen Schlafstörungen. Tagesmüdigkeit, Reizbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten sind nur einige der Auswirkungen von unzureichend gutem Schlaf. Oft dauert es allerdings Jahre, bis ein Arzt konsultiert wird. Dabei sind die Probleme oft mit relativ wenig Aufwand zu bewältigen.
Der gesunde Schlaf
Der natürliche Schlaf lässt sich in 4 verschiedene Schlafphasen (Einschlaf-, Leichtschlaf-, Mitteltief- und Tiefschlafphase) unterteilen, die sich in Ihrer Schlafstärke unterscheiden. Unterbrochen werden diese Phasen durch den sogenannten REM-Schlaf, der Zeit, in der wir träumen. Man weiß heute, dass es besonders wichtig für unser Wohlergehen ist, einen ausbalancierten Schlaf mit ausreichend REM- und Tiefschlafphasen zu haben. Im Alter sinkt der Schlafbedarf deutlich, die Traum- und Tiefschlafphasen werden weniger und es kann zu verlängerten Einschlafzeiten kommen. Dadurch entsteht oft das Gefühl von zu wenig Schlaf, jedoch ist diese Veränderung als vollkommen normal anzusehen.
Schlafstörungen
Bei den meisten Schlafstörungen handelt es sich um Ein- und Durchschlafstörungen. Sie sollten einen Arzt zu Rate ziehen, wenn mehrere der folgenden Kriterien erfüllt sind:
- Die Störungen halten länger als einen Monat an und treten an mindestens vier Tagen in der Woche auf
- Die Phase des Einschlafens zieht sich über einen Zeitraum von mindestens einer Stunde hin
- Die Phasen des Wachliegens in der Nacht dauern jeweils mindestens 30 Minuten
- Die Tagesbefindlichkeit ist durch Symptome wie Müdigkeit, Unwohlsein, Konzentrations- und Leistungsschwäche, Gereiztheit, depressiver Verstimmung oder Muskelschmerzen beeinträchtig
Gründe für die Schlafstörungen:
- Zu warmer Schlafraum
- Eine zu weiche oder zu harte Matratze
- Geräuschbelästigung (Schnarchen, laute Straße)
- Psychische Belastungen, Stress, hoher Fernsehkonsum vor Schlafen
- Atemstörungen (z.B. eigenes Schnarchen, chronische Erkrankungen)
- Übermäßiger Konsum von Genussmitteln (Kaffee, Alkohol, Nikotin), zu "schweres" Abendessen
- Nebenwirkungen von Medikamenten
Einige dieser Faktoren lassen sich leicht ausschalten und bringen häufig schon eine deutliche Besserung. Sollten Ihre Versuche wenig Erfolg zeigen, empfiehlt es sich, ein Schlaftagebuch anzulegen. Dabei sollten folgende Punkt berücksichtigt werden:
- Tätigkeiten vor dem Schlafengehen
- Zeitpunkt des Zubettgehens
- Zeitpunkt des Einschlafens (soweit Sie sich erinnern können)
- Zeitpunkt und Dauer des Wachseins in der Nacht
- Zeitpunkt des Aufstehens
- Dauer/Uhrzeit des Mittagsschlafes
Gute Schlafhygiene - Unsere Tipps:
-Nehmen Sie Alltagsprobleme nicht mit ins Bett. Entspannen Sie sich vor dem Schlafen mit Lesen, Musik hören oder einem ätherischen Ölbad (Lavendel, Baldrian, Melisse)
- Vermeiden Sie zu starke körperliche Belastung am späten Abend. Ein kurzer abendlicher Spaziergang allerdings, macht Ihren Kopf frei fördert den Schlaf.
- Schreiben Sie Ihre Erledigungen für den nächsten Tag auf, so müssen Sie nicht pausenlos daran denken.
- Sehen Sie nicht vom Bett aus fern. Alles, was Sie aufregt, hindert Sie am Einschlafen.
- Überschreiten Sie nicht den toten Punkt, sondern gehen Sie schlafen, wenn Sie müde sind.
- Ihr Schlafzimmer sollte gemütlich gestaltet sein, eine Raumtemperatur von 18 Grad haben und kurz vor dem Schlafen noch einmal gelüftet werden.
- Eine feste Einschlafzeit fördert den Schlafrhythmus.
- Nehmen Sie am Abend keine fetten oder scharf gewürzten Speisen zu sich. Die letzte Mahlzeit sollte spätestens zwei Stunden vor dem Schlafen gehen erfolgen.
- Meiden Sie ab dem späten Nachmittag koffeinhaltige Getränke (Kaffee, Cola, schwarzer Tee) sowie Alkohol und Nikotin, die die erholsamen Tiefschlafphasen stören.
- Verzichten Sie bei Schlafstörungen auf einen Mittagsschlaf.
- Schauen Sie nicht auf die Uhr und zählen Sie nicht, wie viele Stunden Ihnen noch zum Schlafen bleiben. Das macht das Einschlafen nur noch schwerer.
- Falls Sie nach 20 Minuten nicht eingeschlafen sind, sollten Sie wieder aufstehen, in einen anderen Raum gehen und sich beschäftigen, bis Sie wieder müde werden.
- Trinken Sie vor dem Schlafen gehen nicht zuviel - Harndrang ist ein starker Weckreiz.
- Zu Nebenwirkungen von Medikamenten und deren optimale Einnahmezeit beraten wir Sie kompetent in unserer Apotheke.
Schlafmittel
Sollten die oben genanten Tipps nicht ausreichen, so dienen Arzneitees, Tropfen oder Dragees mit Baldrian, Hopfen, Melisse, Johanniskraut, Lavendel und Passionsblume als sanfte Einschlafhilfen.
Helfen auch diese Mittel nicht weiter wenden Sie sich bitte an einen Arzt, der mit Ihnen die weitere Vorgehensweise besprechen wird.
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