Gesundheitsthema

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Gicht ist eine Stoffwechselkrankheit bei der die vom Körper gebildete Harnsäure nicht in ausreichendem Maße vom Körper über die Nieren ausgeschieden wird. Harnsäure entsteht beim Abbau von Purinen, lebenswichtigen Bausteinen, die der Körper selbst herstellt und die auch mit der Nahrung aufgenommen werden. Gründe für die verringerte Ausscheidung sind eine erhöhte Bildung von Purinen sowie eine verringerte Ausscheidung über die Nieren. Ein erhöhter Harnsäurespiegel liegt vor, wenn der Harnsäurewert 6,5 mg/dl und mehr beträgt. In diesem Fall spricht man von Hyperurikämie, die schmerzlos ist und zunächst nicht bemerkt wird. Die überschüssige Harnsäure im Blut kann Kristalle bilden, die sich hauptsächlich in Gelenken, Sehnen oder Knorpel ablagern. Weiße Blutkörperchen versuchen, diese Kristalle zu vernichten, gehen dabei jedoch zugrunde lösen so eine Entzündung und eine weitere Ablagerung von Kristallen aus - ein Teufelskreislauf hat begonnen.
Diese Entzündung, der akute Gichtanfall, tritt meistens nachts auf und ist mit sehr starken Schmerzen in den betroffenen Gelenken verbunden. Klingt die Entzündung ab, so lässt auch der Schmerz nach. Unbehandelt wiederholen sich die Anfälle, abwechselnd mit schmerzfreien Zeiträumen, in einem Abstand von 6-12 Monaten. Dieses Stadium wird als chronische Gicht bezeichnet, die zu Gelenkdeformationen und einer damit einhergehenden dauerhaften Bewegungseinschränkung führen kann. Ein weiteres Risiko der Hyperurikämie ist die Bildung von schmerzhaften Nierensteinen, die zur dauerhaften Nierenschädigungen führen können.
Unterschieden wird die primäre, angeborene Gicht von der sekundäre, durch andere Erkrankungen ausgelöste Gicht. Sollten in Ihrer Familie Fälle von Gicht bekannt sein, sollten Sie Ihren Harnsäure regelmäßig, d.h. zweimal jährlich, kontrollieren, um einer Erkrankung möglichst früh vorzubeugen.
Die Entstehung von Gicht wird durch zu fette, kalorienreiche Ernährung begünstigt. Übergewicht führt zu Erhöhung der Harnsäurewerte; durch Diabetes und Bluthochdruck ist die Funktion der Nieren eingeschränkt, was wiederum zur Anreicherung von Harnsäure im Körper führt.
Therapie
Der akute Gichtanfall, die Entzündung in den Gelenken, wird mit Colchicin (gewonnen aus der Herbstzeitlose) und durch entzündungshemmende Medikamente wie Acetylsalicylsäure (Aspirin) therapiert. Da der Harnsäurespiegel durch diese Medikamente nicht gesenkt wird, sie sind nur kurzfristig wirksam. Kälte- oder Wärmebehandlungen können je nach eigenem Belieben zur Linderung der Schmerzen durchgeführt werden. Grundlage einer jeden langfristige Therapie ist die Einhaltung einer purinarmen Ernährung, die zur deutlichen Besserung der Symptome führt und außerdem eine medikamentöse Therapie in ihrer Wirkung unterstützt.
Zwei Gruppen von Arzneistoffen werden in der Langzeittherapie der Gicht eingesetzt:
  • Senkung der Harnsäuresynthese durch Allopurinol etc.
  • Erhöhung der Harnsäureausscheidung durch Benzbromaron etc.
Die wichtigsten Ernährungstipps:
  • viel trinken (mind. 2-2,5 Liter/Tag)
  • Alkoholkonsum reduzieren
  • Maximal vier Fleischmahlzeiten pro Woche, die nicht mehr als 100 Gramm wiegen sollten
  • gezielte Gewichtsnormalisierung (gelenkschonende Bewegung und Ernährungsumstellung)
  • purinarme Ernährung (auch während beschwerdefreien Phasen) mit einer Aufnahme von maximal etwa 500 Milligramm Harnsäureäquivalent täglich bzw. 3.000 Milligramm wöchentlich
  • Wenig Purine enthalten: Milch, Joghurt, Obst, Gemüse, Nudeln, Reis, Tofu, vegetarische Brotaufstriche
  • Verzichten sollten Sie auf: Innereien, Hülsenfrüchte, Sojabohnen, geräucherten Fisch, Muscheln
  • Einschränken sollten Sie den Verzehr von: Fleisch, Fisch, Erbsen, Bier
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