Durchfall    drucken
Von Durchfall wird gesprochen, wenn die Stuhlentleerung häufiger als dreimal täglich stattfindet oder wenn sich die Stuhlbeschaffenheit (Konsistenz) verändert, sodass der Stuhl flüssig ist. Meist gesellen sich noch Bauchkrämpfe und Übelkeit hinzu, die mit entsprechenden Arzneimitteln behandelt werden können.

Bei gesunden Erwachsenen sind akute Durchfälle (meist ausgelöst durch Bakterien, seltener durch Viren und Parasiten), die nur wenige Tage dauern, oft harmlos und klingen meist innerhalb von 2-3 Tagen wieder ab. Der Wirkstoff Loperamid bringt in diesen Fällen schnelle Besserung. Er darf allerdings nicht bei Kindern, Antibiotikaeinnahme sowie Fieber oder Blut im Stuhl angewendet werden. Treten die beiden letztgenannten Symptome auf oder hält der Durchfall länger als 3 Tage an, sollte ein Arzt aufgesucht werden, ebenso, wenn Säuglinge und Kleinkinder betroffen sind.
Bei Kindern, Säuglingen, Schwangeren und älteren Personen stellt der hohe Flüssigkeits-, Mineralstoff- und Energieverlust das größte Problem dar. Um vor einer Dehydrierung (Austrocknung) zu schützen, sind speziell zusammengesetzte Glucose-Elektrolyt-Trinkpulver erhältlich, die die Verluste ausgleichen. Nach jedem Durchfall wird jeweils ein Päckchen in Wasser aufgelöst und getrunken. Tanninhaltige, pflanzliche Arzneimittel oder Hefe-Präparate können bei Kindern ebenfalls unterstützend eingesetzt werden.
Auch bei Erwachsenen ist die wichtigste Therapie, die Zufuhr von viel Flüssigkeit, Energie (Traubenzucker) und Mineralstoffen. Stark gesüßte Tees und Kraftbrühen sind hier erste Wahl. Cola (Zuckerlieferant) und Salzstangen (Mineralstoffe) sind keine Alternative, da Cola entwässerndes Coffein enthält und Salzstangen nur wenige Mineralstoffe ausgleichen.

Bei Fieber, Blut im Stuhl oder Beschwerden die länger als 3 Tage anhalten ist ein Arztbesuch ratsam. Dieses gilt auch, wenn immer wieder Durchfall auftritt oder sich Durchfall und Verstopfung abwechseln. Ursache können Bakterien, Viren, Parasiten, aber auch Medikamenteneinnahme (z.B. Antibiotika) oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z.B. Lactose-Intoleranz) sein. Besonders Tropen-Reisende sollten bei andauernden Beschwerden einen Arzt aufsuchen. Länger andauernden Beschwerden können ihre Ursache auch in chronischen Darmentzündungen oder chronischen Darminfektionen, dem Reizdarm-Syndrom sowie dem Missbrauch von Abführmitteln haben.

Da die häufigste Ursache von Durchfällen Infektionen mit Bakterien oder Viren sind, ist es vor allem bei Reisen ratsam, hygienische Maßnahmen zu beachten: cook it - peel it- or leave it ("Koch es, schäl es oder lass es liegen!") lautet die Regel. Das Abkochen gilt besonders für Trinkwasser (oder Sie benutzen abgefülltes Wasser - auch zum Zähneputzen!). In gefährdeten Gebieten ist eine Typhusimpfung ratsam (Gebiete unter: www.crm.de).
Hygienetips für den Haushalt: Fleisch (besonders Geflügel), Fisch und Meerestiere sollten möglichst frisch zubereitet, nicht lange gelagert und gut durchgebraten werden. Hackfleisch am Tag der Herstellung verbrauchen, ebenso wie Speisen, die rohes Ei enthalten.
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